Breymaier zu Besuch im Kindertagespflegeverein

Am Dienstag, dem 05. Oktober, besuchte die Bundestagsabgeordnete Leni Breymaier (SPD) den Kindertagespflegeverein in Heidenheim, um über die Belange der Kindertagespflege ins Gespräch zu kommen.

Bundestagsabgeordnete Leni Breymaier

Ein Schwerpunktthema waren die aktuellen Forderungen des Landesverbandes Kindertagespflege Baden-Württemberg aus der Kampagne „gleichbeRECHTigt“.

Am Gespräch mit der Bundestagsabgeordneten nahmen vom Verein das Vorstandsmitglied Heidrun Will, die Geschäftsführerin Karin Keller und die Sozialpädagogin Tabea Dumberger teil. In entspannter Gesprächsatmosphäre berichtete Frau Keller zu Beginn über die Aufgaben und die aktuelle Situation des Vereins. Ein Thema war hierbei auch die in diesem Jahr ausgeweitete Qualifizierung von Tagespflegepersonen von 160 Unterrichtseinheiten auf 300. Teil dieser Qualifizierung sind auch intensivierte Inhalte zur Betreuung und Förderung von Kindern ab 6 Jahren. Der Landesverband und auch der Kindertagespflegeverein Landkreis Heidenheim fordern deshalb, dass die Kindertagespflege gleichberechtigt am Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Schulkinder beteiligt werden muss. Kurz vor der Bundestagswahl wurde der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule ab 2026 beschlossen – beginnend mit den Erstklässlern. Der aktuelle Gesetzesentwurf des Ganztagsförderungsgesetz sieht für die Kindertagespflege jedoch lediglich eine ergänzende Rolle vor.

Breymaier, die großen Respekt vor der Arbeit des Vereins und der Tagespflegepersonen hat, zeigte sich gegenüber den Forderungen skeptisch. Laut Breymaier schaffe es problematische Doppelstrukturen, die Kindertagespflege als zusätzliche Betreuungsoption für die 8-Stunden-Ganztagsbetreuung förderungsfähig zu machen. Es entstand ein konstruktiver Austausch über die Vor- und Nachteile eines Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung für Schulkinder in der Kindertagespflege. Will, Keller und Dumberger argumentierten mit der Individualität von Kindern und setzten sich für das Wunsch- und Wahlrecht von Eltern ein, die selbst entscheiden sollten, welche Betreuungsform für ihr Kind die richtige ist. Zudem gibt es Eltern, die für ihr Kind auch über die Ganztagsbetreuung der Schule hinaus Betreuung benötigen. Einem Kind sollten dann mehrere Betreuungssettings erspart bleiben, so Keller. Die Bundestagsabgeordnete sieht hierbei allerdings die Gefahr, dass eine Zwei-Klassen-Gesellschaft begünstigt wird, in der nur finanziell gut gestellte Eltern von einer individuellen und familiären Betreuung ihres Kindes in der Kindertagespflege profitieren können. Zudem würden Tagespflegepersonen bei Umsetzung der Forderung in Konkurrenz zu den pädagogischen Fachkräften stehen.

In Gänze konnten sich die beiden Parteien nicht voneinander überzeugen. Jedoch will man im gemeinsamen Dialog bleiben, um den Belangen der Kindertagespflege gerecht zu werden. Breymaier informierte sich zum Schluss außerdem über die aktuellen Probleme des Vereins, zu denen der momentanen Mangel an Tagespflegepersonen gehört.

Der Verein bedankt sich herzlich für den offenen Austausch und freut sich auf die weitere Zusammenarbeit.